Seite der Ortsgruppe Rostock des Deutschen Teckelklub von 1888.

Liebe Fellnasen und die, die ihnen nachlaufen,
ich bin Arica, eine stattlich gewachsene Dackeldame. Ich habe es geschafft, vor einem Jahr mein Frauchen glücklich zu verheiraten. Ich wurde am 13.07.2013 gewölft. Nachdem ich dem Kindergarten entwachsen bin, durfte ich mir einen Menschen aussuchen. Meine Wahl fiel auf die Stefanie, die hatte scheinbar schon Erfahrung darin einem Dackel die Führung zu überlassen. Unsere Menschen glauben zwar, dass wir auf sie hören … na gut, lassen wir sie in dem Glauben. Wir waren so glücklich, dann kam sie mit so einem gebogenen Blechtrichter an. Das Ding soll Musik machen und heißt Jagdhorn.
Anfänglich war es wohl gedacht, um sich unliebsame Menschen fernzuhalten, aber mittlerweile geht´s. Weil man mit diesem Ding wohl auch in der Gruppe super Lärm machen kann, kam sie eines Tages mit einem männlichen Menschen an und der blieb dann auch recht lange. Ich war ja anfangs sehr skeptisch, aber er mochte mich, obwohl ich ihn weg gebrummt habe. Sodass er seine Probezeit bestand und ich ihn ins Rudel integriert habe. Es dauerte dann noch fasst zehn Jahres bis auch Frauchen und dieser Mensch ihre Probezeit hinter sich gelassen haben. Meine armen Dackelnerven, wenn ich an die Zeit zurückdenke. Nun ja vor einem Jahr war es so weit, in der Kirche von Buchholz wollten beide mit dem Segen Gottes und meinem Segen sich aneinander binden. Im Vorfeld wurde viel geplant und Überraschungen ausgearbeitet. Ich wusste natürlich über alles Bescheid.
Ich hab an diesem Tag ein Halsband mit grüner Schleife bekommen, passend zum Bräutigam abgestimmt. Nach einer kurzen Inspektion der Kirchen musste
ich sagen, dass die Bänke und der Altar wunderschön geschmückt waren. Die Gäste kamen herein. Alle waren so glücklich und viel entspannter als sonst in der Kirche. Ich muss es wissen, ich bin regelmäßig dort, sodass ich mit Recht von meiner Kirche sprechen kann. Mein Rudel war etwas nervös, aber ich bin ganz der Dackel geblieben und behielt den Überblick.
Dann ging es los, Frauchen erschien am Eingang der Kirche, wahrscheinlich wieder zu spät, denn sie kam als letztes. Es erklangen die Jagdhörner. Sie spielten wunderschön und viel besser als all die anderen Male, während Frauchen in einem weißen Kleid auf uns zukam. So ein Kleid tragen die Prinzessinnen in meinen Dackelträumen. Dann wurde es komisch. Die beiden sind ohne mich nach vorne zum Altar gegangen. Nachdem der Pastor ein paar erbauliche Worte gesprochen hatte und ein paar Lieder gesungen wurden, kam mein großer Auftritt. Ein Blick von Frauchen genügte und ich schritt auf meinen vier Pfoten die vier Stufen zum Altar und brachte den beiden die Ringe. Ohne Dackel geht es eben doch nicht. Obwohl alle Augen auf mich gerichtet waren, bin ich ganz cool geblieben. Das war mein Moment. Frauchen bekam dank mir ihren Mann. Was bei uns das Halsband ist, ist bei denen ein Ring.
Am Ende des Gottesdienstes sind wir vor die Kirche gegangen, es flogen Tauben, Jagdhornbläser spielten, es wurde sich unterhalten und fotografiert. Auch meine Dackelkollegen aus dem Klub waren da und haben mir gratuliert. Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht.
Eure Arica
Falk Sättler